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Die neue Filiale 603 bei Famila und der Postpoint im EKZ

Artikel aus dem Bereich Steilshooper Postgeschichte.

Rund anderthalb Jahre lang zog sich die Entwicklung in Sachen Postfiliale 603 hin. Mit der Konsequenz, das seit dem 25.06.2008 neben der Partner-Filiale 603 im Supermarkt Famila nun es auch den Postpoint 602 im Einkaufszentrum gibt.

Die Ankündigung

Am Dienstag den 06.11.2006 berichtete zuerst die "Bild"-Zeitung von der Streichung vierzehn Postfilialen in Hamburg und Umgebung. Darunter soll sich auch die Filiale 603 in Steilshoop befinden, welche durch eine Postagentur ersetzt wird.
Hier die dazu im Netz zu findende Artikel.

Deutsche Post schließt 14 Filialen in Hamburg und Norderstedt

Quelle: www.ndr.de 07.11.2006 14:20

Die Deutsche Post schließt im kommenden Jahr in Hamburg zwölf und in Norderstedt zwei Standorte. Dort sollen künftig Partneragenturen Briefmarken verkaufen oder Pakete annehmen. Die 60 betroffenen Mitarbeiter sollen in anderen posteigenen Filialen untergebracht werden. Wie NDR 90,3 am Dienstag berichtete, verspricht sich die Post davon weitere Einsparungen im Wettbewerb mit der privaten Konkurrenz.

Post: Für die Kunden ändert sich wenig

Für die Kunden werde sich wenig ändern, sagte Post-Sprecherin Manou Esfahlani auf NDR 90,3. Unwirtschaftliche Standorte würden geschlossen - allerdings nur, wenn sich in unmittelbarer Nähe ein geeigneter Betreiber einer so genannten Partneragentur finde, so Esfahlani. Die Partneragenturen seien häufig sogar länger geöffnet. Von den 110 Hamburger Standorten sind nur noch 67 posteigene Filialen, in 38 davon gibt es auch eine Beratung der Postbank.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung (Dienstagsausgabe) sind in Norderstedt die Zweigstellen in der Ohechaussee und in der Tangstedter Landstraße betroffen. In Hamburg droht dem Blatt zufolge den Filialen in folgenden Stadtteilen die Schließung: Rothenburgsort (Marckmannstraße), Osdorf (Rugenbarg), Rissen (Wedeler Landstraße), Steilshoop (Schreyerring), Niendorf (Ernst-Mittelbach-Ring), Groß-Borstel (Borsteler Chaussee), Fuhlsbüttel (Flughafenstraße), Meiendorf (Meiendorfer Straße), Jenfeld (Berliner Platz), Billstedt (Feiningerstraße), Finkenwerder (Müggenburg) und Wilstorf (Radickestraße).

Hamburg: 14 Postfilialen fallen weg

Quelle: Hamburger Abendblatt (Online) 07.11.2006
Von Beate Kranz

Die Deutsche Post setzt ihren Sparkurs fort. Nachdem bereits in diesem Jahr acht Filialen des Konzerns in Hamburg geschlossen wurden, sollen 2007 weitere 14 Standorte gestrichen werden (siehe Streichliste). "Der Service der Filialen soll künftig von Partneragenturen übernommen werden", sagte Post-Pressesprecherin Minou Esfahlani. Sie spricht deshalb von einer "Umwandlung" der Filialen.

Dazu würden Einzelhändler - wie zum Beispiel Reisebüros, Frisöre, Tankstellen, Lebensmittelgeschäfte oder Parfümerien - in der Nähe gesucht, die künftig die gleichen Postdienste anbieten sollen wie vorher die Filialen. "Bevor wir aber nicht eine Partneragentur gefunden haben, werden die Filialen nicht geschlossen", versicherte die Postsprecherin. So seien auch in diesem Jahr bisher nur acht von zehn geplanten Filialschließungen in der Hansestadt umgesetzt worden, da für die Standorte Saseler Markt und Fleetplatz keine Partner gefunden wurden.

Mit den Schließungen sinkt die Zahl der posteigenen Filialen weiter. Derzeit gibt es in Hamburg 110 Poststandorte. Davon werden nur noch 67 Filialen von der Post in Eigenregie betrieben, 28 Standorte sind Postagenturen sowie 15 Postservicefilialen, die nur kleinere Dienste anbieten, wie Briefmarkenverkauf oder Paketannahme. Bundesweit hat die Post derzeit rund 12 500 Filialen, wovon 5500 von dem Konzern selbst betrieben werden, so Postsprecher Dirk Klasen. Gesetzlich sei vorgeschrieben, dass die Post 12 000 Filialen haben muss, davon 5000 in Eigenregie, sowie 100 000 Briefkästen.

Insgesamt sind 60 Postmitarbeiter in Hamburg von den Plänen betroffen. Aufgrund einer Beschäftigungssicherung, die bis März 2008 gilt, werde aber niemand seinen Arbeitsplatz verlieren. "Die Mitarbeiter werden in anderen Filialen eingesetzt", so Postsprecherin Esfahlani.

Ver.di in Hamburg kritisiert die Postpläne als "servicepolitisch unverständlich und arbeitsmarktpolitisch unverantwortlich", so Gewerkschafter Wolfgang Abel. Während sich die Konkurrenz durch einen Serviceausbau für die Liberalisierung des Briefmarktes fit mache, baue die Deutsche Post ab. "Das ist wettbewerbspolitisch unvertretbar."

Die Post begründet den Filialabbau mit wirtschaftlichen Gründen. Sie wolle Kosten senken. "An einigen Standorten profitierten die Kunden sogar von längeren Öffnungszeiten bei privaten Postpartnern", so Esfahlani. So soll auch am Hamburger Flughafen die Postfiliale am Terminal 4 geschlossen werden und die Dienste von einem Einzelhändler übernommen werden. Diese hatte bisher zwischen 8 und 19 Uhr geöffnet mit einer Stunde Mittagspause. "Bei einer Übernahme durch einen Partner, dürften sich die Öffnungszeiten zugunsten der Kunden verlängern."

Doch die Filialumwandlungen werden wohl nicht die einzigen Sparmaßnahmen bleiben. Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel sieht durch die geplante Öffnung des Briefmarkts in Deutschland sogar tausende Stellen bei der Post in Gefahr. Wenn nach dem Ende des Briefmonopols im Jahr 2008 rund 20 Prozent des Briefaufkommens an die Konkurrenz fielen, dann würde dies das Aus für rund 32 000 Stellen bedeuten, sagte Zumwinkel der dpa. "Das muss man wissen, wenn man Liberalisierung will."

Wirkung und Folgen der Ankündigung

Die Begeisterung bei den Steilshoopern hielt sich in Grenzen. Nach einer kurzen Anlaufphase kam es Ende 2006 / Anfang 2007 zur einer Unterschriftenaktion, die über das Stadtteilbüro organisiert wurde.

Machte diese, trotz größerer Aufmerksamkeit, keinen Eindruck auf die Post, war eine Drohung des Management des Einkaufszentrums um so erfolgreicher. Diese war nämlich nicht begeistert von der Idee der Post und pochte auf eine schriftlich festgelegte Absprache, das diese ein adäquates Angebot im Einkaufszentrum zu stellen hat.

Anscheinend hat im Planungsprozess jemand diese Passage übersehen und so wurden kurzfristig die Pläne zur Schließung auf Eis gelegt, da anscheinend kein Einzelhändler im EKZ in der Lage war die Leistungen der Post in Form einer Partner-Filiale (-Agentur) zu übernehmen.

Weitere Entwicklung Teil 1 (Update 19.10.2007)

August / September 20007 wurde bekannt das die Filiale 603 zum 23.Oktober geschlossen werden soll. Ein entsprechend kleiner Flyer wies als Ersatz einen Partner-Filiale (Agentur) im Famila Markt Komplex aus (rund 1000 Meter von 603 entfernt).
Anschrift:
Deutsche Post AG Partner-Filiale Famila-Markt
Eichenlohweg 17
22309 Hamburg
Öffnungszeiten: Mo/Sa 8 - 20 Uhr

Am 19.10. wurde seitens der Leitung des Einkaufszentrum Steilshoop gegen die Schließung der Filiale 603 eine einstweilige Verfügung beantragt, der auch stattgegeben wurde. Als Konsequenz daraus wurde die Schließung der Filiale seitens der Post ausgesetzt und der weitere Ablauf ist bis dato unbekannt. Mit einer Schließung kann trotzdem jederzeit gerechnet werden.

Weitere Entwicklung Teil 2 (Update 16.11.2007)

Seit gestern, den 15.11.2007, ist die Partner-Filiale bei Famila eröffnet. Mit zwei Kassen, aber ohne Labels, sowie vor dem Eingang einen großen Briefkasten zusammen mit einem Automatenapparat soll zukünftig die Grundversorgung durchgeführt werden.
Der Agentur hat die gleiche Bezeichnung wie die Postfiliale "Hamburg 603". Eingesetzt wird ein Tagesstempel Hamburg 603 mit dem Unterscheidungsbuchstaben "zz".
Die eigentliche Postfiliale ist weiterhin offen und dessen Zukunft ungewiss. Somit sind im Moment beide Stempelarten (mit UB zz und mit den UB ab a) im Einsatz.

Weitere Entwicklung Teil 3 (Update 31.12.2007)

Am heutigen Tag hat die Postfiliale 603 im CCS ihren letzten Tag. Bekannt ist dieses Datum seit ungefähr Mitte Dezember.
Die Abholung von nicht ausgestellten Briefen und Paketen erfolgt ab 02.01.2008 in der Partner-Filiale Famila.

Weitere Entwicklung Teil 4 (Update 28.06.2008)

Am 25.06.2008 ist ein Postpoint beim Einzelhändler "Super Parsian" im Einkaufszentrum Steilshoop eröffnet worden.
Die Entscheidung hierfür muss sehr kurzfristig gefallen sein, wie der Einzelhändler in einem Gespräch bestätigte. Es fanden keinerlei Ankündigungen statt und der erste reguläre Briefversand wurde erst am 27.06.2008 vollzogen (der Autor hat den Tagesstempel hierfür sogar einstellen müssen, der noch auf den 15.06.2008 eingestellt war).

Eingesetzt wird ein Tagesstempel mit den UB "zz" und der Postleitzahl 22303 (!). Der Postpoint selbst hat die Bezeichnung Hamburg 602, das schon vom Postamt an der Fuhlsbüttler Straße 460 geführt wurde (daher eventuell auch die PLZ).

Update 29.03.2009

Der Laden und somit der Postpoint ist seit Anfang März geschlossen. Als Ersatz wird es ab 01.04. ein Servicebereich geben, in dem auch wieder ein Postangebot vorhanden sein soll.

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Erstversion vom 28.06.2008. Letzte Aktualisierung am 29.03.2009.